Deutschland steht vor einer herausfordernden Welle an Krankenmeldungen, die Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und die Gesellschaft insgesamt unter Druck setzt.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Mit einem Krankenstand, der im Jahr 2023 rekordverdĂ€chtige Höhen erreicht hat, zeichnet sich ein Trend ab, der weitreichende Konsequenzen fĂŒr die Wirtschaft und das Wohl der Arbeitnehmer hat. Berichte der grĂ¶ĂŸten Krankenkassen des Landes - DAK, BKK und Techniker Krankenkasse - legen offen, dass sowohl physische als auch psychische Belastungen zu einem nie dagewesenen Anstieg der Fehlzeiten gefĂŒhrt haben. Insbesondere Atemwegserkrankungen und psychische Leiden tragen zu dieser Entwicklung bei, die dringend umfassende und zielgerichtete Maßnahmen erfordert.

Dieser Artikel nimmt den alarmierenden Krankenstand Deutschland 2023 unter die Lupe und setzt sich mit den zugrunde liegenden Ursachen sowie den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen auseinander. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie Unternehmen, Politik und Gesellschaft gemeinsam handeln können, um den steigenden und hohen Krankenstand nicht nur zu bremsen, sondern langfristig zu senken und die Gesundheit der Arbeitnehmer zu fördern.

Das Wichtigste in KĂŒrze

  • Deutschland verzeichnete im Jahr 2023 einen rekordhohen Krankenstand, wobei insbesondere psychische Erkrankungen und Atemwegserkrankungen zu einem signifikanten Anstieg der Fehltage beitrugen.
  • Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen sind weitreichend, einschließlich erheblicher ProduktivitĂ€tsverluste fĂŒr Unternehmen, Belastungen fĂŒr die Krankenversicherungen und Herausforderungen fĂŒr das soziale GefĂŒge am Arbeitsplatz und darĂŒber hinaus.
  • Ursachen fĂŒr den hohen Krankenstand reichen von zunehmendem Stress und psychischer Belastung am Arbeitsplatz ĂŒber physische Erkrankungen bis hin zu den langfristigen Auswirkungen der Pandemie und verĂ€nderten Arbeitsbedingungen.
  • Maßnahmen zur Reduzierung des Krankenstandes umfassen Gesundheitsförderung, PrĂ€vention, Stressmanagement und den Ausbau betrieblicher Krankenversicherungen mit speziellen Facharztservices, um ĂŒberdurchschnittliche Krankentage und Fehltage zu minimieren.

Milliarden Euro Kosten: Der aktuelle Krankenstand in Deutschland

Im Jahr 2023 erreichte der Krankenstand in Deutschland ein Niveau, das sowohl Arbeitgeber als auch Gesundheitsexperten aufhorchen lÀsst.

Die Techniker Krankenkasse verzeichnete einen Durchschnitt von 19,4 Fehltagen pro Mitglied, ein klares Zeichen dafĂŒr, dass die physische und psychische Belastung der Arbeitnehmer merklich zugenommen hat (Die Techniker).

Besonders bemerkenswert ist der Bericht des BKK Dachverbands, der einen Gesamtkrankenstand von 7,02 Prozent im MĂ€rz 2023 ausweist – ein Rekordwert, der die KrankenstĂ€nde der letzten zehn Jahre ĂŒbertrifft und die bisherigen HöchststĂ€nde zwischen 4,37 Prozent und 6,75 Prozent weit ĂŒbersteigt (BKK Dachverband).

Die DAK-Gesundheit hebt hervor, dass der Krankenstand 2023 im zweiten Jahr in Folge auf einem Rekordniveau lag, mit 13 Prozent mehr AusfĂ€llen als im Vorjahr. Ein erheblicher Teil dieser Zunahme lĂ€sst sich auf Atemwegserkrankungen sowie einen signifikanten Anstieg bei psychischen Erkrankungen zurĂŒckfĂŒhren, die um 7,4 Prozent gestiegen sind (DAK Gesundheit Home).

Kosten Lohnfortzahlung


Analyse der Krankenstandsdaten durch die Krankenkassen

Die jĂŒngsten Daten der großen Krankenkassen in Deutschland – DAK, BKK und Techniker Krankenkasse – liefern wertvolle Einblicke in die Entwicklung des Krankenstandes und die gesundheitlichen Herausforderungen:

  • DAK-Gesundheit: Die DAK berichtete ĂŒber einen kontinuierlichen Anstieg des Krankenstandes im Jahr 2023, mit einem besonderen Augenmerk auf den signifikanten Anstieg psychischer Erkrankungen um 7,4 Prozent. Der Gesamtkrankenstand lag bei 5,5 Prozent, wobei mehr als die HĂ€lfte der Arbeitnehmer mindestens eine Krankschreibung im Jahr verzeichnete (DAK Krankenstand 2023) (DAK Gesundheitsreport 2023).
  • BKK Dachverband: Der BKK Dachverband verzeichnete im MĂ€rz 2023 einen Rekordkrankenstand von 7,02 Prozent, der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen, mit Atemwegserkrankungen als einer der Hauptursachen. Diese Zahlen zeigen deutlich, wie saisonale Gesundheitsrisiken den Krankenstand beeinflussen können (BKK Dachverband).
  • Techniker Krankenkasse (TK): Laut Vorabdaten des TK-Gesundheitsreports 2024 basierend auf rund 5,7 Millionen versicherten ErwerbstĂ€tigen, erreichten die Fehlzeiten ebenfalls einen neuen Höchststand. Die Analyse verdeutlicht, dass neben physischen Erkrankungen, wie Atemwegserkrankungen, auch psychische Belastungen zunehmend zu ArbeitsausfĂ€llen fĂŒhren (Die Techniker).

Die detaillierte Auswertung der Krankenkassendaten zeigt, dass ein hoher Krankenstand in Deutschland durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst wird, wobei physische und psychische Erkrankungen gleichermaßen zur Zunahme der Fehlzeiten beitragen. Besonders auffĂ€llig ist der Anstieg der psychischen Erkrankungen, der ein Umdenken in der Arbeitswelt erfordert, um die psychische Gesundheit stĂ€rker in den Fokus zu rĂŒcken.

Ursachenforschung zum hohen Krankenstand

Die GrĂŒnde fĂŒr den hohen Krankenstand in Deutschland sind vielfĂ€ltig und komplex. Eine tiefgreifende Analyse offenbart ein Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren, die sowohl die physische als auch die psychische Gesundheit der Arbeitnehmenden beeinflussen.

  • Psychische Belastungen: Ein signifikanter Anstieg psychischer Erkrankungen wurde festgestellt, wobei die DAK-Gesundheit einen Anstieg von 7,4 Prozent bei psychischen Erkrankungen im Jahr 2023 verzeichnete (DAK Gesundheitsreport 2023). Die GrĂŒnde hierfĂŒr sind vielschichtig und reichen von erhöhtem Stress am Arbeitsplatz ĂŒber Unsicherheiten in der Arbeitswelt bis hin zu den langfristigen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Die Isolation und die abrupten VerĂ€nderungen in der Arbeitsweise, wie der verstĂ€rkte Einsatz von Homeoffice, haben möglicherweise zu einer Zunahme der psychischen Belastung gefĂŒhrt.
  • Physische Erkrankungen: Atemwegserkrankungen waren eine der Hauptursachen fĂŒr die erhöhten KrankenstĂ€nde, wie aus den Daten des BKK Dachverbands hervorgeht, der einen allgemeinen Krankenstand von 7,02 Prozent im MĂ€rz 2023 verzeichnete, teilweise bedingt durch parallel zirkulierende Atemwegserreger (BKK Dachverband). Diese Entwicklung unterstreicht die Bedeutung von Arbeitsumgebungen, die die Gesundheit fördern und KrankheitsĂŒbertragungen minimieren.
  • Arbeitsbedingungen: Die Analyse des aktuellen Krankenstands legt nahe, dass auch die Arbeitsbedingungen eine wesentliche Rolle spielen. Lange Arbeitszeiten, hohe Arbeitsbelastungen und mangelnde PrĂ€ventionsmaßnahmen am Arbeitsplatz können zu einer Zunahme der Krankheitstage fĂŒhren. Insbesondere in Berufen mit hohem Personalmangel, wie in der Pflege, zeigte sich eine deutliche Erhöhung der Fehltage (DAK Gesundheitsreport 2023).
  • Der Einfluss von Homeoffice und digitaler Arbeit: Die Umstellung auf Homeoffice und die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt haben das Arbeitsumfeld und die Belastungen fĂŒr die Arbeitnehmenden verĂ€ndert. WĂ€hrend flexible Arbeitsmodelle das Potenzial haben, die Work-Life-Balance zu verbessern, können sie auch zu einer Verschleierung der Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit fĂŒhren, was zusĂ€tzlichen Stress und damit verbundene Gesundheitsprobleme verursacht.

Die Ursachenforschung zeigt, dass eine multidimensionale Herangehensweise notwendig ist, um den hohen Krankenstand effektiv zu adressieren. Es bedarf einer Kombination aus prĂ€ventiven Maßnahmen, einer gesundheitsförderlichen Gestaltung der ArbeitsplĂ€tze und einer Kultur, die die psychische Gesundheit in den Mittelpunkt stellt. Nur so kann langfristig eine positive VerĂ€nderung herbeigefĂŒhrt und die Gesundheit der Arbeitnehmenden in Deutschland geschĂŒtzt werden.

GrĂŒnde fĂŒr ArbeitsunfĂ€higkeit

GrĂŒnde fĂŒr ArbeitsunfĂ€higkeit - Zahlen der IHK classic 1. Halbjahr 2023

Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen

Der hohe Krankenstand Deutschland wirft nicht nur Fragen bezĂŒglich der Gesundheit der Arbeitnehmer auf, sondern hat auch weitreichende wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen. Der Anstieg der Fehltage fĂŒhrt zu erheblichen ProduktivitĂ€tsverlusten und stellt Unternehmen vor große Herausforderungen in der Personalplanung und -fĂŒhrung. DarĂŒber hinaus beeinflusst er das soziale GefĂŒge innerhalb der Arbeitswelt und darĂŒber hinaus.

Wirtschaftliche Auswirkungen:

  • ProduktivitĂ€tsverluste: Die steigenden Fehlzeiten bedeuten fĂŒr Unternehmen unmittelbare ProduktivitĂ€tsverluste. ArbeitsausfĂ€lle mĂŒssen durch Überstunden der anwesenden Mitarbeiter oder durch temporĂ€res Personal kompensiert werden, was zusĂ€tzliche Kosten verursacht.
  • Finanzielle Belastungen: Neben den direkten Auswirkungen auf die ProduktivitĂ€t entstehen den Unternehmen und der Volkswirtschaft insgesamt erhebliche Kosten. Diese umfassen nicht nur die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, sondern auch Investitionen in das betriebliche Gesundheitsmanagement und PrĂ€ventionsmaßnahmen.
  • BeeintrĂ€chtigung des Wirtschaftswachstums: Langfristig kann ein hoher Krankenstand das Wirtschaftswachstum bremsen. Die Reduzierung der Arbeitskraft fĂŒhrt zu einer geringeren Gesamtleistung der Wirtschaft, was insbesondere in Zeiten des FachkrĂ€ftemangels problematisch ist.

Gesellschaftliche Folgen:

  • Belastung der sozialen Sicherungssysteme: Ein anhaltend hoher Krankenstand erhöht die Belastung der gesetzlichen Krankenversicherungen und anderer sozialer Sicherungssysteme. Dies kann zu steigenden BeitragssĂ€tzen fĂŒhren, die wiederum die gesamte Gesellschaft betreffen.
  • VerĂ€nderung der Arbeitskultur: Die Zunahme von Krankmeldungen kann langfristig zu einer VerĂ€nderung der Arbeitskultur fĂŒhren. Unternehmen könnten stĂ€rker auf FlexibilitĂ€t und Homeoffice-Lösungen setzen, um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu schĂŒtzen und die Anzahl der Fehltage zu reduzieren.
  • Psychosoziale Belastungen: Die steigende Zahl psychischer Erkrankungen unterstreicht die Notwendigkeit, das Bewusstsein fĂŒr psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu schĂ€rfen. Die Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen muss abgebaut und prĂ€ventive sowie unterstĂŒtzende Maßnahmen mĂŒssen ausgebaut werden.

Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen des hohen Krankenstandes in Deutschland erfordern ein koordiniertes Vorgehen aller Beteiligten – von den Unternehmen ĂŒber die Krankenkassen bis hin zur Politik. Ein proaktives Gesundheitsmanagement, das sowohl prĂ€ventive Maßnahmen als auch die Förderung der allgemeinen Gesundheit umfasst, ist essentiell, um den Trend zu einem hohen Krankenstand umzukehren und langfristig positive Effekte fĂŒr die Wirtschaft und die Gesellschaft zu erzielen.

Belastung fĂŒr BeschĂ€ftigte


Maßnahmen zur Reduzierung des Krankenstandes

Um den hohen Krankenstand in Deutschland zu reduzieren und die damit verbundenen milliardenschweren Belastungen fĂŒr die Wirtschaft und die Krankenversicherungssysteme zu minimieren, sind gezielte Maßnahmen in den Bereichen Gesundheitsförderung, PrĂ€vention und Stressmanagement unerlĂ€sslich. Unternehmen können durch die Implementierung einer betrieblichen Krankenversicherung, die spezielle Facharztservices anbietet, einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheit ihrer Arbeitnehmer leisten. Diese Maßnahmen nicht nur die Fehltage reduzieren, sondern auch die ĂŒberdurchschnittlichen Krankentage signifikant senken.

Eine grĂŒndliche Fehlzeitenanalyse bietet die Grundlage, um gezielt PrĂ€ventionsprogramme einzufĂŒhren, die auf die hĂ€ufigsten Ursachen von Krankheit und ĂŒbermĂ€ĂŸigem Stress am Arbeitsplatz abzielen. Programme zur Gesundheitsförderung, die sich auf die Steigerung der körperlichen AktivitĂ€t, gesunde ErnĂ€hrung und mentales Wohlbefinden konzentrieren, können die eigene Gesundheit der Arbeitnehmer stĂ€rken und somit langfristig zu einer Reduzierung der KrankenstĂ€nde fĂŒhren.

Fazit

Die Thematik des Krankenstandes in Deutschland und seine Folgen fĂŒr die Wirtschaft und die Gesellschaft unterstreichen die dringende Notwendigkeit fĂŒr Unternehmen, politische EntscheidungstrĂ€ger und die Krankenversicherungen, gemeinsame Strategien zu entwickeln.

Es geht nicht nur um die Lohnfortzahlung und indirekten Kosten im Krankheitsfall, sondern um die langfristige Sicherung der ArbeitsfÀhigkeit und damit um einen wesentlichen Faktor unserer Wirtschaft.

Investitionen in die Gesundheit der Arbeitnehmer sind Investitionen in die Zukunft – sowohl fĂŒr die individuelle eigene Gesundheit jedes Einzelnen als auch fĂŒr die LeistungsfĂ€higkeit der gesamten Volkswirtschaft.

Die Studien und Erfahrungen zahlreicher VerbĂ€nde zeigen, dass durch prĂ€ventive Maßnahmen und ein umfassendes Gesundheitsmanagement nicht nur die Anzahl der Fehltage reduziert, sondern auch die LebensqualitĂ€t der Arbeitnehmer signifikant verbessert werden kann.

Letztlich ist das Thema Krankenkosten und die Gesundheit am Arbeitsplatz eine gemeinsame Verantwortung, deren erfolgreiche BewĂ€ltigung sich in Prozenten messen lĂ€sst – nicht nur in Bezug auf den Krankenstand, sondern auch hinsichtlich der Zufriedenheit und ProduktivitĂ€t der Arbeitnehmer.

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