Als Unternehmer haben wir im Standort Deutschland zunehmend mit widrigen Bedingungen zu kämpfen. Die Wirtschaftskrise, Energiekrise und die ausufernde Bürokratie kosten Kraft und Ressourcen. Zur aktuellen Endzeitstimmung passt die immer brüchiger werdende Gesundheit der Arbeitnehmer. Lag die durchschnittliche Anzahl an Fehltagen in deutschen Betrieben selbst in der Hochzeit der Corona-Pandemie 2021 noch bei 11,2, gab es im Folgejahr einen dramatischen Anstieg auf 15,0 Fehltage, was 2023 mit 15,2 Ausfalltagen (1) nicht korrigiert werden konnte.

Experten machen die Auswirkungen der Omikron-Variante, aber auch die galoppierende Entwicklung psychischer Erkrankungen in der Gesellschaft dafür verantwortlich. Dies alles sind zweifellos Symptome der Krisenzeit. Die dadurch verursachten Kosten für Arbeitgeber pro Krankheitstag stellen eine erhebliche Belastung für uns dar, und es bleibt zu hoffen, dass diese nicht der sprichwörtliche Tropfen sind, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Anzahl der krankheitsbedingten Fehltage in deutschen Betrieben ist dramatisch gestiegen, von durchschnittlich 11,2 Tagen im Jahr 2021 auf 15,2 Tage im Jahr 2023.
  • Diese Entwicklung verursacht für Arbeitgeber erhebliche Kosten, die sowohl direkte Ausgaben für die Entgeltfortzahlung als auch indirekte Kosten durch Betriebsstörungen und Know-how-Verlust umfassen.
  • Die Kosten für die Lohnfortzahlung haben sich von 2010 bis 2021 mehr als verdoppelt, von 37,6 Milliarden Euro auf 77,7 Milliarden Euro.
  • Demografische Entwicklungen und eine sinkende Geburtenrate verschärfen die Situation zusätzlich, lassen wenig Hoffnung auf eine Trendwende zu.
  • Arbeitgeber können durch präventive Maßnahmen und die Förderung einer gesunden Arbeitskultur dem Trend entgegenwirken und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter stärken.

Dramatischer Kostenanstieg der Entgeltfortzahlung

Wenn ein Arbeitnehmer krank ist, müssen Arbeitgeber ihnen für die nächsten sechs Wochen das volle Gehalt zahlen. Erst danach springt die Krankenkasse ein, die dem Beschäftigten bis zur Genesung Bezüge in Höhe von 70 Prozent im Vergleich zu seinem letzten Bruttogehalt überweist. Zu den Kosten für Arbeitgeber gesellen sich die paritätischen Sozialversicherungsbeiträge.

Eine Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales belegt, dass die Kosten für die Lohnfortzahlung seit 2010 in jedem Jahr deutlich angestiegen sind und sich bis 2021 mehr als verdoppelt haben. So erhöhten sich die Kosten für Arbeitgeber in diesem Zeitraum von 37,6 Milliarden Euro auf 77,7 Milliarden Euro (2). Außerdem geht das Institut der Deutschen Wirtschaft davon aus, dass allein die hochgradig ansteckende Omikron-Variante für Mehrkosten in Höhe von 3,6 Milliarden Euro (3) verantwortlich ist.

Die ungünstige demografische Entwicklung in Deutschland lässt eine Umkehr des Trends als unwahrscheinlich erscheinen. Dazu passt eine erneute Hiobsbotschaft, der dramatische Rückgang der Geburtenrate von 1,57 Kindern pro Frau 2021 auf 1,36 Kinder pro Frau 2023 (4). Auch dies ist ein Symptom unseres Zeitalters der multiplen Krisen, denn es ist ein bekanntes Phänomen, dass Menschen in unsicheren Zeiten weniger Kinder bekommen.

Krankheitstage verkürzen

Opportunitätskosten durch Arbeitsunfähigkeit

Hinzu kommt, dass die finanziellen Aufwendungen für Arbeitgeber nur eine Seite der Medaille sind. Mindestens ebenso belastend sind für euch die Opportunitätskosten, die mit einem Arbeitsausfall verbunden sind.

Ausfalltage stören die Abläufe in eurem Betrieb, die mal mehr und mal weniger gut kompensiert werden können. Fehlen Stammkräfte länger, müssen andere Beschäftigte einspringen. Auch hier geht die Einarbeitungszeit ins Budget, zumal es eine Zeitlang dauert, bis sich der Arbeitnehmer an die neue Aufgabe gewöhnt hat. Je nach Kenntnisstand des Erkrankten geht ein Verlust von Know-how mit dem Arbeitsausfall einher.

Was die Arbeitsunfähigkeit wirklich kostet

Bei einem Produktionsausfall entstehen pro Arbeitnehmer Kosten von 2.174 EUR und pro AU-Tag 128 EUR. Die Verluste an Arbeitsproduktivität bzw. der Ausfall der Bruttowertschöpfung belaufen sich pro Arbeitnehmer auf 3.732 EUR und pro AU-Tag auf 219 EUR.

In anderen Fällen können Ausfälle nur durch Überstunden kompensiert werden, was das Betriebsklima belasten kann, aber auch die Gesundheit des ganzen Teams. Im schlimmsten Fall drohen Konventionalstrafen, wenn das Unternehmen aufgrund mehrerer Ausfälle in der Belegschaft seine Verpflichtungen gegenüber Geschäftspartnern nicht erfüllen kann.

Im Jahr 2022 erreichten die Fehlzeiten mit 1,84 AU-Fällen und 22,6 AU-Tagen pro Beschäftigten neue Höchststände, die weit über den Werten der letzten 10 Jahre liegen. Quelle: BKK Gesundheitsreport 2023

Was können Arbeitgeber tun?

Es ist wichtig für Arbeitgeber, sich diesem Trend entgegenzustellen. Tatsächlich verfügt ihr über mehrere Hebel, die Gesundheit eurer Belegschaft zu verbessern.

Dazu gehören eine wertschätzende Arbeitskultur, die Reduzierung des Arbeitsdrucks, das Angebot an gesundem Essen und Obst, Sport- und Entspannungskurse sowie Maßnahmen zur Gesundheitsförderung. 

Was Beschäftigten wichtig ist

Diese Maßnahmen leisten einen wichtigen Beitrag für den Gesundheitsschutz in eurem Betrieb, stärkt euer Image und erhöht die Mitarbeiterzufriedenheit.

Diese Punkte bieten ein enormes Rückkopplungspotenzial auf die Anzahl der Fehltage, denn zufriedene Mitarbeiter werden seltener krank bzw. nehmen weniger Krankheitstage in Anspruch. Zudem sorgen Präventionsmaßnahmen, bessere Krankenversorgung und Facharztvermittlung, für eine messbare Reduzierung der krankheitsbedingten Fehltage. 

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