Die betriebliche Krankenversicherung bietet viele Vorteile fĂŒr die Mitarbeiter eines Unternehmens. Sie kommen in den Genuss von ausgewĂ€hlten Zusatzversicherungen zu vergĂŒnstigten Konditionen.

Die Gesundheit von Arbeitnehmern wird aktiv, durch gezielte PrĂ€vention und bessere medizinische Versorgung geschĂŒtzt. Aber nicht nur der Angestellte profitiert von einer solchen Krankenversicherung, auch der Arbeitgeber zieht erhebliche Nutzen daraus. Denn die bKV kann als Sachbezug behandelt werden.

So steigt mit einer bKV nicht nur die Zufriedenheit der Mitarbeiter und ihre positive Wirkung auf den Arbeitsmarkt. Wenn wir ein paar Regeln beachten, lassen sich bKV-BeitrĂ€ge nicht nur als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen, sondern auch noch in Steuer- und Sozialversicherungsabgabenfreie SachbezĂŒge umwandeln.

Was versteht man unter SachbezĂŒgen?

Der Sachbezug, auch Sachlohn genannt, dient als zusÀtzlicher Bonus zum Barlohn (Arbeitslohn).

Hierzu zĂ€hlt alles was einen Geldwert besitzt, aber nicht in Barmitteln ausgezahlt wird. Auf diese Weise kann ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern steuerfreie VergĂŒtungen in Form von Gutscheinen, Mitarbeiterrabatten oder Verpflegungskosten zugute kommen lassen.

Änderung im Jahressteuergesetz

Die Überarbeitung vom Bundesfinanzministerium zum Jahressteuergesetz wurde bereits im Jahr 2020 vom Bundesrat beschlossen. GĂŒltig wird die Anpassung im Gesetz § 8 Abs. 2 Satz 11 im Einkommenssteuergesetz aber erst zum Ersten des Jahres 2022.

Was muss bei SachbezĂŒgen unbedingt beachtet werden?

Seit dem 01. 01. 2022 wurde der Sachlohn von 44 Euro auf eine 50 Euro Freigrenze pro Monat angehoben. Dieser Somit gilt jeder Sachbezug von oder unter 50 Euro auf der Lohnabrechnung als steuerfrei.

Wichtig zu beachten: Die Freigrenze von 50 Euro darf nicht um einen mĂŒden Cent ĂŒberschritten werden, sonst wird eine Besteuerung des gesamten Betrags fĂ€llig.

Anders sieht es bei einem Freibetrag aus. Wird eine Freibetrag ĂŒberschritten muss lediglich die Differenz versteuert werden. Eine Freigrenze ist somit nicht mit einem Freibetrag gleichzusetzen.

Betrieblicher Krankenversicherungsschutz als Sachbezug

Sachbezug 2022 erledigt

Rechtssicherheit die betriebliche Krankenversicherung bKV als Sachlohn zu behandeln

Seit 2019 ist es nun beschlossene Sache. Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) wird ab sofort und rĂŒckwirkend bis zum 07.06.2018 verbindlich als Sachbezug behandelt.

Mit der Veröffentlichung des Gesetzesentwurfs vom 30.07.2019 legt die Bundesregierung die lĂ€nger umstrittene Regelung zur bKV als Sachlohn fest. Da die Finanzverwaltung der Auffassung war, dass die BeitrĂ€ge der bKV als Barlohn abzurechnen sind (BMF-Schreiben vom 10.10.2013 und OFD Frankfurt vom 26.4.2016), war die Rechtslage lange ungeklĂ€rt. Dies fĂŒhrte zur erheblichen Verwirrungen bei der Versicherung.

Versuch des BMF die Definition des Barlohns auszuweiten scheitert

Mit dem Referentenentwurf eines Gesetzes zu steuerlichen Förderungen von ElektromobilitÀt und zur Neuerung anderer steuerlichen Vorschriften vom unternahm das Bundesfinanzministerium einen weitern Versuch den Barlohn als gesetzliche Norminierung festzusetzen. So sollte die Definition des Barlohns ausgeweitet werden, damit unter anderem auch die BeitrÀge einer bKV in diese Sparte fallen und nicht mehr unter die Regelung des Sachbezugs fÀllt.

Sachbezug prĂŒfen

Vorgeschlagene Regelung des Bundesfinanzministeriums aus dem Gesetzesentwurf gestrichen

Im Entwurf zum Jahressteuergesetz 2019 waren jedoch keine der vorgeschlagenen Regelungen des BMF mehr zu finden.

Der Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. und die SpitzenverbÀnde der deutschen Wirtschaft lehnten diesen Entwurf einstimmig ab, da die Erhöhung der Steuern vollstÀndig zu Lasten der Arbeitnehmer ausgefallen wÀren.

Die Bundesregierung ist demnach vollkommen davon abgerĂŒckt und hat die Entscheidung des Bundesfinanzhofs vom 07.06.2018 im darauffolgenden Jahr im Bundessteuerblatt (BStBl II 2019) veröffentlicht.

Betriebliche Krankenversicherung als Sachbezug

Obwohl die BeitrÀge einer bKV normalerweise steuerpflichtig sind, können diese im Rahmen bestimmter Konditionen als Sachbezug, und somit steuerfrei, auf der Lohnabrechnung verbucht werden.

Diese Voraussetzungen mĂŒssen gegeben sein

  • es muss monatlich kontrolliert werden, dass die Freigrenze nicht ĂŒberstiegen wird (Verrechnungen mit dem Folgemonat sind nicht möglich)
  • der Arbeitgeber gewĂ€hrt dem Mitarbeiter nur Krankenversicherungsschutz, ohne das er dafĂŒr einen Barlohn verlangen kann (beispielsweise um sich damit selbst um einen Versicherungsschutz zu kĂŒmmern)
  • der Schutz einer bKV muss im Arbeitsvertrag, in einer Zusatzvereinbarung, festgehalten sein
  • die Versicherungspolice muss personenbezogen sein
  • der geldwerte Vorteil muss auf der Lohnabrechnung als solcher gekennzeichnet sein
  • der Sachlohn muss in der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen sein
Vorteile fĂŒr Arbeitgeber
  • ĂŒberschaubare Kosten, die vor allem im Vergleich zur Nettolohnversteuerung geringer ausfallen
  • der formelle Aufwand ist als Sachbezug ĂŒberschaubar, da er sich direkt auf die Gehaltsabrechnung bezieht
  • gezahlte Steuern können als Betriebsausgaben abgesetzt werden
Nachteile fĂŒr den Arbeitgeber
  • der Arbeitgeberanteil auf Sozialabgaben erhöht sich
  • wer sich als Arbeitnehmer mit Steuern auskennt weiß, dass die bKV als geldwerter Vorteil fĂŒr ihn die schlechteste Variante darstellt. Das könnte dem Arbeitgeber ein ungutes VerhĂ€ltnis zu seinen Mitarbeitern bescheren
Vorteile fĂŒr den Arbeitnehmer
  • bessere Krankenversicherung durch Zusatzleistungen
  • eventuell ist die betriebliche Krankenversicherung (bKV) als Sachleistung steuerlich vorteilhafter als eine Gehaltserhöhung. So könnte ein geldwerter Vorteil in Höhe von 50 Euro dem Arbeitnehmer mehr nutzen als eine Gehaltserhöhung von 60 Euro
Nachteile fĂŒr den Arbeitnehmer
  • wird die Freigrenze ĂŒberschritten, bedeutet das eine höhere Steuerlast fĂŒr den Arbeitnehmer
  • die Steuerlast steigt proportional zum Einkommen

Wer kĂŒmmert sich um die Einhaltung der Freigrenze?

Jeden Monat muss erneut geprĂŒft werden, ob sich alle SachbezĂŒge noch innerhalb der 50 Euro - Freigrenze befinden, damit keine Steuer auf den Sachbezug fĂ€llig wird.

Doch wer stellt eigentlich sicher, dass der Sachbezug die Freigrenze nicht ĂŒbersteigt? Das fĂ€llt in den Aufgabenbereich des Arbeitgebers. Indem das Unternehmen alle unentgeltlichen oder vergĂŒnstigten Leistungen, mitunter auch den Beitrag zur bKV, zusammenzĂ€hlt kann gewĂ€hrleistet werden, das sich die SachbezĂŒge im Rahmen befinden. Andernfalls wird der gesamte Betrag steuerpflichtig.

Fazit

Dank der Abrechnung, der betrieblichen Krankenversicherung, als Sachlohn kann durchaus eine Win-Win-Situation fĂŒr alle Beteiligten entstehen. Der Arbeitnehmer profitiert von einer besseren, gĂŒnstigeren Krankenversicherung, welche zusĂ€tzlich noch ohne Versteuerung abgerechnet werden kann.

Durch die relativ niedrige Freigrenze von 50 Euro lohnt es sich allerdings nur wenn der Versicherungsnehmer keine weiteren SachbezĂŒge vom Arbeitgeber erhĂ€lt, da die Grenze sonst leicht ĂŒbertreten wird.

In diesem Fall entsteht der grĂ¶ĂŸte Vorteil fĂŒr das Unternehmen und der Arbeitgeber lĂ€uft Gefahr das gute Betriebsklima zu gefĂ€hrden. 

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