Sachbezug 2022 in der betrieblichen Krankenversicherung

September

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Die betriebliche Krankenversicherung bietet viele Vorteile f├╝r die Mitarbeiter eines Unternehmens. Sie kommen in den Genuss von ausgew├Ąhlten Zusatzversicherungen zu verg├╝nstigten Konditionen.

Die Gesundheit von Arbeitnehmern wird aktiv, durch gezielte Pr├Ąvention und bessere medizinische Versorgung gesch├╝tzt. Aber nicht nur der Angestellte profitiert von einer solchen Krankenversicherung, auch der Arbeitgeber zieht erhebliche Nutzen daraus. Denn die bKV kann als Sachbezug behandelt werden.

So steigt mit einer bKV nicht nur die Zufriedenheit der Mitarbeiter und ihre positive Wirkung auf den Arbeitsmarkt. Wenn wir ein paar Regeln beachten, lassen sich bKV-Beitr├Ąge nicht nur als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen, sondern auch noch in Steuer- und Sozialversicherungsabgabenfreie Sachbez├╝ge umwandeln.

Was versteht man unter Sachbez├╝gen?

Der Sachbezug, auch Sachlohn genannt, dient als zus├Ątzlicher Bonus zum Barlohn (Arbeitslohn).

Hierzu z├Ąhlt alles was einen Geldwert besitzt, aber nicht in Barmitteln ausgezahlt wird. Auf diese Weise kann ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern steuerfreie Verg├╝tungen in Form von Gutscheinen, Mitarbeiterrabatten oder Verpflegungskosten zugute kommen lassen.

Änderung im Jahressteuergesetz

Die ├ťberarbeitung vom Bundesfinanzministerium zum Jahressteuergesetz wurde bereits im Jahr 2020 vom Bundesrat beschlossen. G├╝ltig wird die Anpassung im Gesetz ┬ž 8 Abs. 2 Satz 11 im Einkommenssteuergesetz aber erst zum Ersten des Jahres 2022.

Was muss bei Sachbez├╝gen unbedingt beachtet werden?

Seit dem 01. 01. 2022 wurde der Sachlohn von 44 Euro auf eine 50 Euro Freigrenze pro Monat angehoben. Dieser Somit gilt jeder Sachbezug von oder unter 50 Euro auf der Lohnabrechnung als steuerfrei.

Wichtig zu beachten: Die Freigrenze von 50 Euro darf nicht um einen m├╝den Cent ├╝berschritten werden, sonst wird eine Besteuerung des gesamten Betrags f├Ąllig.

Anders sieht es bei einem Freibetrag aus. Wird eine Freibetrag ├╝berschritten muss lediglich die Differenz versteuert werden. Eine Freigrenze ist somit nicht mit einem Freibetrag gleichzusetzen.

Betrieblicher Krankenversicherungsschutz als Sachbezug

Sachbezug 2022 erledigt

Rechtssicherheit die betriebliche Krankenversicherung bKV als Sachlohn zu behandeln

Seit 2019 ist es nun beschlossene Sache. Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) wird ab sofort und r├╝ckwirkend bis zum 07.06.2018 verbindlich als Sachbezug behandelt.

Mit der Ver├Âffentlichung des Gesetzesentwurfs vom 30.07.2019 legt die Bundesregierung die l├Ąnger umstrittene Regelung zur bKV als Sachlohn fest. Da die Finanzverwaltung der Auffassung war, dass die Beitr├Ąge der bKV als Barlohn abzurechnen sind (BMF-Schreiben vom 10.10.2013 und OFD Frankfurt vom 26.4.2016), war die Rechtslage lange ungekl├Ąrt. Dies f├╝hrte zur erheblichen Verwirrungen bei der Versicherung.

Versuch des BMF die Definition des Barlohns auszuweiten scheitert

Mit dem Referentenentwurf eines Gesetzes zu steuerlichen F├Ârderungen von Elektromobilit├Ąt und zur Neuerung anderer steuerlichen Vorschriften vom unternahm das Bundesfinanzministerium einen weitern Versuch den Barlohn als gesetzliche Norminierung festzusetzen. So sollte die Definition des Barlohns ausgeweitet werden, damit unter anderem auch die Beitr├Ąge einer bKV in diese Sparte fallen und nicht mehr unter die Regelung des Sachbezugs f├Ąllt.

Sachbezug pr├╝fen

Vorgeschlagene Regelung des Bundesfinanzministeriums aus dem Gesetzesentwurf gestrichen

Im Entwurf zum Jahressteuergesetz 2019 waren jedoch keine der vorgeschlagenen Regelungen des BMF mehr zu finden.

Der Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. und die Spitzenverb├Ąnde der deutschen Wirtschaft lehnten diesen Entwurf einstimmig ab, da die Erh├Âhung der Steuern vollst├Ąndig zu Lasten der Arbeitnehmer ausgefallen w├Ąren.

Die Bundesregierung ist demnach vollkommen davon abger├╝ckt und hat die Entscheidung des Bundesfinanzhofs vom 07.06.2018 im darauffolgenden Jahr im Bundessteuerblatt (BStBl II 2019) ver├Âffentlicht.

Betriebliche Krankenversicherung als Sachbezug

Obwohl die Beitr├Ąge einer bKV normalerweise steuerpflichtig sind, k├Ânnen diese im Rahmen bestimmter Konditionen als Sachbezug, und somit steuerfrei, auf der Lohnabrechnung verbucht werden.

Diese Voraussetzungen m├╝ssen gegeben sein

  • es muss monatlich kontrolliert werden, dass die Freigrenze nicht ├╝berstiegen wird (Verrechnungen mit dem Folgemonat sind nicht m├Âglich)
  • der Arbeitgeber gew├Ąhrt dem Mitarbeiter nur Krankenversicherungsschutz, ohne das er daf├╝r einen Barlohn verlangen kann (beispielsweise um sich damit selbst um einen Versicherungsschutz zu k├╝mmern)
  • der Schutz einer bKV muss im Arbeitsvertrag, in einer Zusatzvereinbarung, festgehalten sein
  • die Versicherungspolice muss personenbezogen sein
  • der geldwerte Vorteil muss auf der Lohnabrechnung als solcher gekennzeichnet sein
  • der Sachlohn muss in der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen sein
Vorteile f├╝r Arbeitgeber
  • ├╝berschaubare Kosten, die vor allem im Vergleich zur Nettolohnversteuerung geringer ausfallen
  • der formelle Aufwand ist als Sachbezug ├╝berschaubar, da er sich direkt auf die Gehaltsabrechnung bezieht
  • gezahlte Steuern k├Ânnen als Betriebsausgaben abgesetzt werden
Nachteile f├╝r den Arbeitgeber
  • der Arbeitgeberanteil auf Sozialabgaben erh├Âht sich
  • wer sich als Arbeitnehmer mit Steuern auskennt wei├č, dass die bKV als geldwerter Vorteil f├╝r ihn die schlechteste Variante darstellt. Das k├Ânnte dem Arbeitgeber ein ungutes Verh├Ąltnis zu seinen Mitarbeitern bescheren
Vorteile f├╝r den Arbeitnehmer
  • bessere Krankenversicherung durch Zusatzleistungen
  • eventuell ist die betriebliche Krankenversicherung (bKV) als Sachleistung steuerlich vorteilhafter als eine Gehaltserh├Âhung. So k├Ânnte ein geldwerter Vorteil in H├Âhe von 50 Euro dem Arbeitnehmer mehr nutzen als eine Gehaltserh├Âhung von 60 Euro
Nachteile f├╝r den Arbeitnehmer
  • wird die Freigrenze ├╝berschritten, bedeutet das eine h├Âhere Steuerlast f├╝r den Arbeitnehmer
  • die Steuerlast steigt proportional zum Einkommen

Wer k├╝mmert sich um die Einhaltung der Freigrenze?

Jeden Monat muss erneut gepr├╝ft werden, ob sich alle Sachbez├╝ge noch innerhalb der 50 Euro - Freigrenze befinden, damit keine Steuer auf den Sachbezug f├Ąllig wird.

Doch wer stellt eigentlich sicher, dass der Sachbezug die Freigrenze nicht ├╝bersteigt? Das f├Ąllt in den Aufgabenbereich des Arbeitgebers. Indem das Unternehmen alle unentgeltlichen oder verg├╝nstigten Leistungen, mitunter auch den Beitrag zur bKV, zusammenz├Ąhlt kann gew├Ąhrleistet werden, das sich die Sachbez├╝ge im Rahmen befinden. Andernfalls wird der gesamte Betrag steuerpflichtig.

Fazit

Dank der Abrechnung, der betrieblichen Krankenversicherung, als Sachlohn kann durchaus eine Win-Win-Situation f├╝r alle Beteiligten entstehen. Der Arbeitnehmer profitiert von einer besseren, g├╝nstigeren Krankenversicherung, welche zus├Ątzlich noch ohne Versteuerung abgerechnet werden kann.

Durch die relativ niedrige Freigrenze von 50 Euro lohnt es sich allerdings nur wenn der Versicherungsnehmer keine weiteren Sachbez├╝ge vom Arbeitgeber erh├Ąlt, da die Grenze sonst leicht ├╝bertreten wird.

In diesem Fall entsteht der gr├Â├čte Vorteil f├╝r das Unternehmen und der Arbeitgeber l├Ąuft Gefahr das gute Betriebsklima zu gef├Ąhrden. 

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├ťber den Autor Hannes Weindorf

Seit 2004 bin ich in der Finanzberatung und berate Menschen zur pers├Ânlichen sowie existenziellen Absicherung. Weitere Kernthemen sind der nachhaltige Verm├Âgensaufbau und Altersvorsorge. Als Fachwirt f├╝r Finanzberatung (IHK) und Berater f├╝r Heilberufe (IHK), habe ich mich auf Mediziner, ├ärzte, Zahn├Ąrzte und Medizinstudenten spezialisiert.

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